
Erlebnisbericht von einem wunderschönen Mooney - Wochenende
von Bernd Hamacher
Sonne, Berge, ein herbstliches Jagdschloss und gut gelaunte Mooniacs
- das war der Hintergrund des 2. Mooney Fly-In vom 10.-12. Oktober zum
Wörthersee.
Bereits Freitag flogen vier Mooney-Besatzungen ein, checkten im herrlich
romantischen Jagdschloss St. Georgen ein, um sich abends beim Heurigen
ganz in Schlossnähe einzufinden. Die Besatzung der D-EHHL kam erst
spät in der Nacht an - per Bahn und Mietauto. Eine schleifende Front
über Norddeutschland, die an den Mittelgebirgen auflag und mit hoch
hinauf reichte, vereitelte einen Flug von Bremen aus. Man hätte noch
einen Tag warten müssen, dann wäre aber die verbleibende Zeit
nur kurz gewesen, also ab in die Bahn!
Am nächsten Morgen Begrüßung und Frühstück im
holzgetäfelten Frühstückszimmer des Schlosses und Planung
des weiteren Tages. Bei dem wunderschönen Herbstwetter sollte es
ein Ausflug nach Portoroz werden. Ein kurzer Ausflug von 80 NM über
die Alpen, preiswert tanken und die Chance, noch einen Sommertag an der
Adria zu erhaschen. Der Flughafen Klagenfurt lag in unmittelbarer Nähe
des Hotels, ein kurzer Fußweg von 15 Minuten entlang des Waldrandes.
So brach man gut gelaunt auf, erledigte AIS und Zollformalitäten
und gegen 11:30 LT rollten vier Mooneys in Richtung Portoroz ab. Erich
Schmidt hatte mit dem Flughafen halbierte Landegebühren und einen
gemeinsamen Standplatz ausgehandelt gehabt und so konnten Besucher auf
der Terrasse beobachten, wie vier markant aussehende Mooneys gleichzeitig
die Motoren anließen. Der ATC-Service in LOWK war locker und zügig
und so war es fast eine Formation von 4 Mooneys, die kurz hintereinander
zum Steigflug über die Alpen abhob. Hier lösten sich dann aber
auch die Gemeinsamkeiten etwas auf: Denn während Erich Schmidt mit
seiner Bravo TLS gleich Kurs auf TELSI nahm, musste die M20A von Heinrich
Gerresheim noch eine Schleife über dem Tal ziehen, bevor man in FL95
Kurs auf TELSI nehmen konnte. Schließlich liegt TELSI gerade 13NM
südlich von Klagenfurt und hat eine Grid-Altitude von 9.700 ft. Hinter
diesem Bergkamm, der Österreich von Slowenien trennt, lag eine dünne
Staubewölkung mit einer Obergrenze von 7.000ft - wir flogen on top
Richtung Portoroz. Bei der VOR ILB lockerte dann die Bewölkung auf
und wir wurden nacheinander im steilen Sinkflug zum Flugplatz LJPZ geführt,
der in einem flachen Tal direkt an der Adria liegt. Ein Moped als Follow-Me
brachte die Mooneys allesamt zur Tankstelle, wo für 0,80€/ltr
die Tanks aufgefüllt werden konnten. Hernach ging es per Großtaxi
zum dem kleinen Fischerort Piran, der auf einer Landzunge malerisch in
die Adria hinein ragt. Die Sonne hatte hier noch fast sommerliche Kraft
und so genossen wir auf der Terrasse eines Fischrestaurant ein mediterranes
Mittagessen.
Gut geatzt ging es dann wieder zurück zum Flugplatz. Flugplan, Anlassen,
Startfreigabe und vier Mooneys machten sich wieder auf den Weg zurück
nach Klagenfurt. Nach 30 Minuten Flugzeit und Überqueren von TELSI
dann der Sinkflug in das wunderschön beleuchtete Tal um Klagenfurt
und den Wörthersee. Fantastische Sichten, herbstlich gefärbte
Wälder und schon schneebedeckte Gipfel, vermittelten einen nachhaltigen
Eindruck von der Schönheit des Alpenfliegens. Nach der Landung erwarteten
uns schon die Besatzungen von zwei weiteren Mooneys, die im Laufe des
Nachmittags angekommen waren. Nun waren es sechs Mooneys, die auf dem
gemeinsamen Parkplatz versorgt und bestaunt werden konnten. Danach wanderten
die Besatzungen zurück zum Schloss, um in einem nahegelegenen Biergarten
das obligatorische Landebier einzunehmen. Um 18:00 Uhr stand dann ein
weiterer Höhepunkt auf dem Programm: Die Filmpremiere des Videos
vom 1. Mooney Fly-In zur Aero 2003. Thomas Hamacher hatte aus den Videofilmen
der Teilnehmer einen halbstündigen Film zusammengestellt, der nun
erstmals im Seminarraum des Schloßes den 14 anwesenden Damen und
Herren auf der Leinwand gezeigt wurde. So konnte man noch einmal den strukturierten
Abflug in Donaueschingen und den chaotischen Anflug auf Friedrichshafen
erleben und beobachten, wie die Mooneys schließlich in loser Folge
landen; denn jede Landung wurde dokumentiert. Nach dem Film ging es dann
zum gemeinsamen Abendessen, mit netten Gesprächen über Menschen
und Mooneys.
Die Frühstücksrunde am Sonntagmorgen saß noch lange im
getäfelten Frühstücksraum, tauschte Bilder und Geschichten
aus und dokumentierte so, dass die Mooniacs zusammenpassen. Man versprach
sich, dass es nicht das letzte Treffen sein werde und man im nächsten
Jahr sicher bei einem weiteren Fly-In zusammentreffen werde. Dann gingen
einige Crews zum Flughafen, um den Abflug vorzubereiten; andere Besatzungen
wollten noch den Sonntag am Wörthersee genießen. Als der erste
Teilnehmer schon abgeflogen war und die meisten Besatzungen auf dem Vorfeld
mit den Abflugvorbereitungen beschäftigt waren, landete schließlich
noch Thomas Jaekel mit seiner Besatzung, der aus beruflichen Gründen
nicht schon am Freitag anreisen konnte, es sich aber nicht nehmen lassen
wollten, wenigstens am letzten Tag noch zu erscheinen. So verbunden sind
eben Mooniacs den Fly-Ins unserer Community!
So bleibt die Erinnerung an ein gelungenes 2. Fly-In, der Dank an Erich
Schmidt für die Initiative und Vorbereitung und die Erwartung, dass
im nächsten Jahr ein anderes Mitglied der Mooney-Community ein Treffen
organisiert, wo wieder nette Mooney Besatzungen zusammen finden.
Bernd & Thomas Hamacher
Weitere
Bilder vom Fly-In sind in der Galerie zu finden.
|