Fliegertreffen sind eine heikle Angelegenheit. Allzu oft hat man erlebt, dass man vor einen Karren gespannt werden soll oder lärmenden Selbstdarstellern ausgesetzt ist, die ihre Selbstgefälligkeit bis zum Anschlag ausleben. Da kann man die Lust daran verlieren, Gemeinsamkeit unter Fliegern zu organisieren. Deshalb sind wir sehr froh darüber, dass unsere bisherigen Fly-Ins ganz anders verliefen und durchgängig von Gastfreundschaft, Atmosphäre und ein Gefühl der Gemeinsamkeit geprägt waren. Das war bei dem ersten Treffen zur AERO 2003 schon so, vertiefte sich bei dem stimmungsvollen Herbstwochende am Wörthersee und auch das letzte Treffen im Mai in Berlin war, trotz schlechten Wetters, ein Erlebnis, an das wir gerne zurück denken. Auch das 4. Fly-In in die ungarische Puszta war wieder ein tolles Erlebnis und ein Event, an dem 19 Mooneys aus Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweiz und Ungarn teilnahmen. Man ahnte schon, dass etwas Besonderes bevorstand, als man nach langem Flug über einsame Landschaften mitten in der Puszta die paprikaroten Dächer des Aero-Hotels Jakabszallas erspähte und in der Platzrunde mehr als ein Dutzend Mooneys auf dem gepflegten Rasen aufgereiht sah. Allein dieser Rasen hätte jeden Golfplatzbesitzer vor Neid erblassen lassen. Eine tolle Hotelanlage erwartete uns mit eigenem Schwimmbad, Sauna, Hangar, Tankstelle und gepflegter 600m Asphaltbahn. Unser Organisator vor Ort, Peter Marton, hatte sogar erreicht, dass der Platz für dieses Wochenende Zollplatz wurde und direkt aus dem Ausland angeflogen werden konnte. Schon bei der Landung sah man fröhliche Mooniacs, die ihre Flugzeuge versorgten, fachsimpelten oder einfach den Spätsommerabend auf der Bank vor dem Hotel genossen. Mittendrin unübersehbar Peter Marton, der mit Handfunke und Klemmbrett ausgerüstet, konzentriert darüber wachte, dass jede ankommende Mooney versorgt wurde und ihren Abstellplatz fand. Da wurde eingewunken, getankt, in Position geschoben, Begrüßungsgetränke gereicht und jede mitfliegende Dame erhielt eine gelbe Rose zur Begrüßung. Welch eine Aufmerksamkeit! Da fiel es nicht schwer, sich auch entspannt in die Runde einzubringen und die verbleibenden Passformalitäten mit den sehr freundlichen Zöllnern zu erledigen. So stand man in der Abendsonne, genoss ein erstes Bier, beobachtete die noch einfliegenden Mooneys und sah erwartungsfroh dem Wochenende entgegen. Mit Sonnenuntergang war schließlich die letzte Mooney gelandet und Peter Marton stellte zufrieden fest, dass alle gemeldeten Mooneys angekommen waren. Am Abend dann gemeinsames Essen im Restaurant, wo wir noch einmal begrüßt wurden und Peter Marton uns seine ungarischen Freunde und die Geschichte des Aero-Hotels vorstellte. Eine Geschichte, die von Professionalität, Enthusiasmus und Freude an der Fliegerei geprägt war. Während des Essens gab es noch eine allgemeine Vorstellungsrunde, damit man wusste, wer zu welchem Flugzeug gehörte und dabei erfuhr man so manche Geschichten, wie Flieger zu Mooniacs wurden, welche Erfahrungen mit welchen Modellen gemacht wurden und eine Crew konnte sogar berichten, dass sie mit ihrer Mooney gemeinsam die Welt umrundet haben. Das gab genug Gesprächsstoff für den weiteren Abend und erst gegen Mitternacht zogen sich die letzten Teilnehmer in ihre Zimmer zurück. Am nächsten Morgen strahlende Sonne und schon vor dem Frühstück hörte man, wie Flugzeuge aus dem Hangar geschoben und positioniert wurden. Nach dem Frühstück war Flugvorführung angesagt: Drei Zlins beeindruckten durch Kunstflug in enger Formation. Dazu hatten die Ungarn einen Berufsfotographen engagiert, der mit einem Trike aufstieg, um Kunstflug, Flugplatz und die geparkten Flotte von 19 Mooneys aus der Luft zu photographieren. Nach dem obligatorischen Gruppenbild ging es dann mit Bus und Pferdewagen in die Puszta. Fern von Motorlärm konnten wir die Weite der Puszta in einem Naturschutzpark erleben, der in unmittelbarer Nähe zu dem „Aero Hotel“ liegt. Eine Pferdevorführung in dem Naturpark sowie ein stimmungsvolles Mittagessen mit Wein, Gulaschsuppe und Strudel unter den schattigen Linden einer Csarda gab Gelegenheit zur Entspannung und zu Gesprächen. Nach dem Kaffee ging es zurück ins Hotel, wo die Crews im Zimmer, auf der Terrasse oder im hoteleigenen Hallenbad regenerierten. Nach einem traumhaften Sonnenuntergang über der Puszta ging es zum gemeinsamen Abendessen, wo jede Crew überraschend Erinnerungsbilder und eine Urkunde von den überaus gastfreundlichen Ungarn überreicht bekamen. Am Sonntagmorgen hieß es Abschied nehmen. Beim gemeinsamen Frühstück wurden noch schnell Adressen ausgetauscht, man trug sich noch ins Gästebuch ein, packte sein Flugzeug in gut gelaunter Runde und nacheinander starteten die ersten Mooneys zum Heimflug. Auch dies war wieder bestens organisiert, der Zoll stand wieder zum Abflug zur Verfügung und Peter Marton und seine ungarischen Freunde ließen es sich nicht nehmen, jede Mooney persönlich zu verabschieden. Es war schon ein fast ein wehmütiger und sehr emotionaler Abschied, als wir beim Take-off unsere Gastgeber Hüte schwenkend am Bahnrand stehen sahen. Soviel Gastfreundschaft, gepaart mit offener Freude über das gelungene Fly-In hatten wir selten erlebt. Also stiegen wir von diesem schönen Puszta Hotel mit eigenem Flugplatz in den ungarischen Himmel, mit der festen Absicht, wiederzukehren. Im Funk hörte man dann nur Mooneys und mancher Controller wird gestaunt haben, dass Mooniacs im Funk begeistert von einem Flugplatz LHJK berichteten, der bei der Aufgabe des Flugplanes letzten Freitag in der Datenbank von ATC unbekannt war. Wir bedanken uns bei Peter Marton und seinen Freunden für die Organisation dieses Fly-Ins, aber auch bei den Crews für die Teilnahme. Es ist schön, wenn offensichtlich Interesse an solchen Fly-Ins besteht und es ist wichtig, dass immer neue Teilnehmer hinzukommen. Es war wieder ein gelungenes Fly-In und wir hatten den Eindruck, dass Organisatoren wie Teilnehmer hochzufrieden waren. Dies soll auch der Maßstab bleiben. Deshalb sollten wir auch der Versuchung wiederstehen, unsere Fly-Ins eindimensional toppen zu wollen. Das tötet nicht nur Engagement, sondern führt auch in die falsche Richtung. Solange wir zeigen können, dass hinter Mooniacs interessante Menschen stecken, sind wir auf dem richtigen Weg. Bernd & Thomas Hamacher
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