Erlebnisbericht vom 1. Schweizer Mooney Fly-In nach Birrfeld Tatsächlich fanden sich 6 Mooneys am Freitag mittags bei bestem VFR-Wetter in Altenrhein ein, um von Charly Fässler und seiner umsichtigen Frau Arlette herzlich empfangen und gebrieft zu werden. An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an die Firma Haldengut, die neben Anhängern und Ansteckern auch noch einen Getränkeempfang mit eigenem Stand aufgestellt hatte. Charly hatte zwei Alpenrouten vorbereitet, die in einem Bogen südlich um Zürich zum Flugplatz Birrfeld führten. Da unsere D-EHHL wegen neuer Zylinder noch hohe Ladedrücke brauchte, kamen diese Routen für uns leider nicht in Frage, da hier Mindesthöhen von FL95 gefordert waren. Also ließen wir uns von Charly eine Alternativroute geben, die am Südufer des Bodensees entlang führte und über Konstanz dem Rhein entlang führte, bis wir bei Trasadingen nach Süden abbogen. Nach kurzer Flugzeit lag vor uns zwischen Hügeln und saftigen Wiesen der Flugplatz Birrfeld. Der Erstanruf auf der Turmfrequenz ergab die Landerichtung 08 und da keine weiteren Anweisungen über Verfahren und Meldepunkte kamen, flogen wir das übliche Pattern, um in den Endanflug zur RWY 08 zu kommen. Wie wir erst später erfuhren, war dies das falsche Anflugverfahren. Da Birrfeld ein sehr hohes Flugaufkommen hat ist das reguläre Verfahren, dass man sich zunächst in ein Holding 500 ft über Platzrundenhöhe begibt und von dort aus sich in die Platzrunde einreiht. Da bei unserer Ankunft kein großes Flugaufkommen war, entstanden keine Probleme, aber bereits beim Endanflug sahen wir, dass Birrfeld wohl ein außergewöhnlicher Platz ist: Dort waren nicht nur reichlich Mooneys stationiert, sondern auch Oldtimer, Kunstflugzeuge, Entenflugzeuge, Experimentals und Segelflugzeuge. Eine solche Palette hatten wir selten gesehen und am Abend hörten wir dann vom Vorstand des Aero-Club Aargau, dass Birrfeld mit 1.200 Mitgliedern und 71.000 Flugbewegungen pro Jahr zu den lebhaften Plätzen der Schweiz gehört. Das konnte man wahrlich sehen! Das Flugplatzrestaurant samt Terrasse war brechend voll – und nicht nur an diesem Nachmittag, sondern auch zu jeder anderen Morgen-, Mittag- und Abendzeit. Und während man auf der Terrasse sein Landebier schlürfte, gab es reichlich Starts und Landungen von gewohnten und exotischen Flugzeugen. So etwas hatten wir in dieser Fülle in Europa noch nicht gesehen.
Charly und Kurt hatten Kleinbusse organisiert, die die 26 Teilnehmer zum nahe gelegenen Gasthof „Zum Bären“ brachten. Nach Zimmer fassen und kurzem Ausruhen wurden wir dann wieder zum Flugplatz gebracht, wo es auf der Terrasse eine Begrüßung durch den Vorstand des Vereins und einem Vertreter des Schweizer Aero-Clubs gab. Danach ging es zum Essen im Flughafenrestaurant, wo Mooniacs bei Pasta und Wein fachsimpelten und Erfahrungen austauschten. Am späten Abend wurden wir dann wieder zum Gasthof gebracht, wo einige Mooniacs noch Absacker genossen, bis der Wirt das Licht aus machte.
Aber zunächst hieß es nun, Abschied zu nehmen und den Gastgebern für das gelungene Fly-In zu danken. Es war ein gelungenes Wochenende und wert, dabei gewesen zu sein: Wegen der Landschaft, wegen der Menschen und wegen der Mooneys. Also rollten die ersten Maschinen zur Tankstelle, dann zum Rollhalteort, um wieder nach Hause zu fliegen. Auch wir machten uns auf den Weg zurück; zunächst nach Friedrichshafen, wo Thomas nach Konstanz ausstieg. Und als ich selbst nach kaum mehr als 2,5 Stunden aus dem Sommerwetter in die vertrauten Schauer der norddeutschen Tiefebene zurückkehrte, war mir wieder ganz froh zumute. Denn ich hatte ein Wochenende hinter mir, dass in weniger als drei Flugstunden erreichbar war und mich in Landschaften und zu Menschen geführt hat, die faszinierend anders als mein alltägliches Umfeld sind. Dafür danke ich unserer alten Mooney. Mit besten Fliegergrüßen Bernd Hamacher |
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