Erlebnisbericht vom Mooney Eagle-Flight 2007
Mooney-Formationsflug zur AERO 2007 nach Friedrichshafen

von Bernd Hamacher (03. Mai 2007)

 

Der diesjährige Eagle-Flight zur AERO war der Kleinste von der Teilnehmerzahl, aber auch wohl der Feinste von der Qualität der Formation. Bereits am Donnerstagabend waren die meisten Teilnehmer in Donaueschingen eingetroffen, da Robert Jongen das Briefing bereits um 11:00 Uhr am Freitag angesetzt hatte und keiner da fehlen durfte. Es wurde ein sehr ausgiebiges und intensives Briefing, weil immer noch Details auffielen, die nicht vollständig verstanden waren und Abstimmung erforderlich wurde. Robert hatte den erfolgreichen Ansatz vom EAGLE-FLIGHT 2005 übernommen, ihn aber noch in einigen Punkten verfeinert und optimiert. Dazu gehörte u.a. eine Trockenübung des Funksprechbriefings, welches beim letzten Mal noch nicht fehlerfrei funktioniert, da nicht alle Piloten auf der richtigen Frequenz waren. Das mag bei einem normalen VFR-Flug ja noch angehen, aber in einem Formationsflug erhöht es mächtig den Adrenalinspiel, wenn man nicht weiß, wo die Mitflieger sind und was sie machen. Also wurden die Prozeduren geübt, geübt und geübt, bis der Letzte kapiert hatte, welche Frequenzen gelten und wann wohin umgeschaltet werden muss. Danach sah man die Crews wie eine Entenherde über das Vorfeld wandern, allen voran Robert. Und wenn vom ihm das Kommando „Mooney #7, break formation, break formation ….now!“ erschallte, drehte sich Teilnehmer um Teilnehmer um 90°  um die Formation eilends querab zu verlassen.

Nachdem man noch Positionsabstände und Positionsverfahren geübt hatte, sammelte man sich auf der sonnigen Terrasse, um vor dem praktischen Training noch schnell etwas zu essen. Den am Nachmittag sollten Pärchen von jeweils zwei Mooneys praktisch üben, was man zuvor im Briefing theoretisch gelernt hatte. Am frühen Nachmittag stiegen dann die ersten Mooney-Pärchen in den Luftraum um Donaueschingen auf und weitere Pärchen machten sich fertig um abzurollen, als im Funk die Nachricht ertönte, die Landebahn sei gesperrt, weil dort ein Flugzeug liegengeblieben sei. Wir wollten es erst nicht glauben, aber dann sahen wir, dass wohl ein Mooniac vergessen hatte, für die Landung das Fahrwerk auszufahren und nach einer Schlitterpartie mitten auf der Bahn zum Halten gekommen war. Man will ja nie glauben, dass so etwas einem erfahrenen Piloten passieren kann. Aber es gibt ja den bekannten Fliege­spruch, dass man Flieger in zwei Gruppen einteilen kann: Die, die es schon hinter sich haben und die, die es noch vor sich haben! Gott sei Dank war nicht viel passiert: Natürlich hatte der Propeller Bodenberührung gehabt, aber die Belly zeigte äußerlich nur wenige Schleifspuren. Lediglich das Beacon war kaputt gegangen und baumelte vom Rumpf. Hier zeigte sich mal wieder, wie solide unsere Mooneys gebaut sind. Der Pilot war natürlich geschockt, aber mit vereinten Kräften und einem umsichtigen Abschleppunternehmer, wurde die Mooney soweit angehoben, dass das Fahrwerk gefahren werden konnte und wir die Mooney per Hand zum Vorfeld rollen.

Diese Übung nahm natürlich Zeit in Anspruch und so wurde es erst späterer Nachmittag, bis alle Mooneys in die Luft kamen, um Formationsfliegen zu üben. Aber auch hier zeigte sich wieder, dass man in der Fliegerei ohne Üben nicht auskommt. Unsere alte M20F flog in Formation mit Hans Haleber´s Ovation und da merkte man doch schnell, dass zwischen diesen Typen unterschiedliche Geschwindigkeitsprofile liegen. Insbesondere der Verbandsflug mit 85 kt wurde für die Ovation zu einer schwer beherrschbaren Übung. Hans flog schon mit ausgefahrenem Fahrwerk, ausgefahrenen Klappen und ausgefahrenen Speed-Brakes (!) – aber man hatte den Eindruck, dass er den Throttle nur berühren musste, um sogleich an uns vorbei zu ziehen. Mooneys sind eben nichts für „slow-flight“.  Aber es hat Spaß gemacht; viel Spaß sogar. Nach einigem Training merkte man, dass man mit den gelernten Methoden viel geringe Abstände als die vereinbarten 100 Meter einhalten kann. Das wird die Herausforderung für den nächsten EAGLE-FLIGHT sein. Abends gab es dann noch ein Nachbriefing, wo letzte Unstimmigkeiten geklärt wurden und danach entspannten sich die Mooniacs beim ersten Spargel der Saison, einem guten Riesling dazu und fröhlichen Plaudereien.

Für den Eagle-Flug am nächsten Morgen gab es eine besondere Überraschung: Tobias Treichel, ein junger Fotograf, hatte sich angeboten, mit einer von Fallschirmspringern gecharterten C185 unseren Flug zu eskortieren um aus der Springerluke heraus, Bilder zu schießen. Was dabei herausgekommen ist, kann man in der Galerie bewundern: Herrliche Photos von unseren Mooneys im Verband und insbesondere unsere Mooney-Lead  von Robert Jongen hatte das Glück, mit eindrucksvollen Photos abgelichtet zu sein. Da geht einem das Herz auf!  Aber auch die darauf nachfolgenden Mooney sind gut getroffen und wenn wir beim nächsten Mal mit engerem Formationsabständen fliegen, wird wohl auch die ganze Formation in herrlichen Bildern festgehalten sein.

Aber auch sonst war der EAGLE-FLIGHT ein tolles Erlebnis und ein voller Erfolg. Schnell hintereinander rollten die Mooneys ab und schlossen bald in die vereinbarten Positionen auf. So flog die Formation geschlossen nach Friedrichshafen, bekam die Freigabe zum Einflug in die Kontrollzone und nachdem Robert per Funk durchgab „expecting midfield-crossing in 20 seconds“, begann der Count-Down für die Break-Out Procedure. Der Luftraum über Friedrichshafen war für uns reserviert, Robert übernahm den Funk und nacheinander drehten die Mooneys auf sein Kommando in den Gegenanflug zur RWY 24. Als die Mooney-Lead schließlich auch bei Sierra in den Gegenanflug einbog, störte lediglich, dass dort eine Rotte Pilatus-Trainer im Verband kurvten, die offensichtlich nicht mitbekommen hatten, dass sie außerhalb von Sierra  warten sollten. So war noch einmal ein schnelles Ausweichmanöver erforderlich um sicher in den Queranflug zur Landung einzudrehen. Der EAGLE-FLIGHT 2007 war erfolgreich gelungen und wir wollen ihn 2009 erneut angehen. Denn er ist mittlerweile schon so zu einer Tradition für die AERO geworden, dass die Veranstalter dieses Mal von sich aus angefragt haben, ob wir wieder kommen. Das ist doch was!

Den Tag verbrachten wir als Messebesucher, schlenderten an Messeständen und Ausstellungsflugzeugen vorbei, um mittags gemeinsam am Imbissstand in der Nähe des Mooney-Standes zu stehen. Otto Olaf von Chamier spendierte allen Mooniacs noch ein T-Shirt und  eine Mooney-Kappe, bevor sich dann die Besatzungen je nach Lust und Leidenschaft  trollten, um wieder nach Hause zu fliegen oder sich noch einmal in Donaueschingen zu treffen. So klang das Fly-In bei Sonnenschein und einem Weizenbier auf  der Terasse des Concorde Hotels am Flugplatz aus und man war sich einig, dass es sich mal wieder gelohnt hatte, mitzumachen. Wie bei jedem Fly-In bisher hatte man neue Leute getroffen, die fabelhaft zu unserer Community passten, aber auch die Mooniacs wieder getroffen, mit denen man mittlerweile freundschaftlich verbunden ist. Dann lohnt sich eine solche Veranstaltung und ein solches Engagement!

Unsere Community lebt vom Engagement. Und deshalb möchte ich Robert Jongen von dieser Stelle ganz herzlich dafür danken, dass er wieder die Ausarbeitung und Vorbereitung des Formationsfluges übernommen hat  und uns in professioneller Manier geführt hat. Tobias Treichel danke ich für die wunderschönen Photos und wünsche ihm, dass er damit Aufsehen erregen kann. Dem Concorde Hotel und der ganzen Besatzung des Flugplatzes EDTD danke ich für die Gastfreundschaft und die reibungslose Unterstützung unseres Fluges und schließlich geht mein Dank an meinen Sohn Thomas, der – wie immer – viel Zeit und Engagement hinein gesteckt hat, dass auch dieser EAGLE-FLIGHT ein  Event wurde. Herzlichen Dank euch allen und ich freue mich schon auf das nächste Fly-In in Jakabszallas.

Bernd & Thomas Hamacher

 



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